Andreasviertel Erfurt – gerettet in letzter Minute

Ich kenne die Straßen, war während meiner Studienzeit oft dort unterwegs und genoss die besondere Atmosphäre im Andreasviertel von Erfurt. Doch beinahe wäre von diesem Quartier nicht viel übrig geblieben, denn die DDR-Obrigkeit wollte es flächendeckend abreißen. Mutige Menschen und die Wende im Herbst 1989 verhinderten das. Heute, 20 Jahre später, ist das Gebiet beliebt wie nie zuvor. Eine Reportage des MDR dokumentiert die Geschichte: http://www.mdr.de/thueringen/89/aktuell/6377468.html (Wahrscheinlich ist dieser Film nur eine Woche lang online, dem Rundfunkgebührenstaatsvertrag (oder wie das heisst) sei Dank…)

Wo ist Bernd?

Erfurt ist im Aufruhr, weil Bernd das Brot enführt wurde. Es geht um einen Streit um das besetzte Haus auf dem “Topf und Söhne” Gelände. Diese Firma baute im Dritten Reich Krematorien u.a. für Auschwitz. Seit 2001 wird das Gelände von einigen Linken besetzt und bisher wurde dies geduldet, so dass sich dort einige Strukturen bildeten, u.a. Bandproberäume, Lesecafe und Umsonstladen. Auch diverse Konzerte fanden dort statt, ich war selbst hin und wieder zu Drum’n'Bass Parties. Nun soll das Gelände aber geräumt werden, wogegen die Besetzer sich natürlich wehren. Auf Youtube gibt es ein Video (inzwischen aufgrund von Urheberrechtsansprüchen des mdr von youtube wieder gelöscht), in dem sich Bernd mit den Besetzern solidarisiert…

Die Aktion hat für einiges Aufsehen gesorgt. Die Erfurter Zeitungen berichten breit und ausführlich darüber (und nicht nur die), sonst passiert ja auch kaum etwas in der kleinen Puffbohnenmetropole… Einhellig sind sie sich jedoch in ihrer Meinung, die Tat zu verurteilen und die “bösen” Entführer zu tadeln. Konkrete Vorschläge zur Lösung der Situation oder zumindest Vermittlungsversuche bleiben aber aus.

Ich kann zwar auch nichts beitragen, denke aber, dass sich alle Beteiligten nochmal zusammensetzen sollten und verhandeln. Eine Hausbesetzung ist eine Hausbesetzung und insofern unrecht, auch wenn sie lange Zeit geduldet wurde. Aber es gibt sicher Lösungen mit Ausweichobjekten oder vielleicht gar eine gütliche Einigung mit dem Eigentümer des Geländes, die eine Nutzung im guten Neben- und Miteinader ermöglicht, die dem geschichtsträchtigen Ort gerecht wird.

Wochenrückblick

Neben der Web2.0-Diskussions-Runde an der Uni Hohenheim gab es für mich diese Woche auch noch zweites reales Web2.0-Treffen. Zum ersten Mal nahm ich an einer Qype-City-Night teil. Das Bewertungs-Portal Qype lädt zu solchen Events ein und in Stuttgart hat zuckerbaeckerin das Zepter in die Hand genommen, ein Treffen zu organisieren. Nachdem ihr letztendlich noch eine private Angelegenheit dazwischen kam, übernahm ich die Regie und organisierte das Treffen im Restaurant Al Corso in der Calwer Straße in Stuttgart. Letztendlich waren wir aber leider nur zu dritt. Nett war es trotzdem. Meine Bewertung zu dem Lokal gibt es hier.

Weiterhin war ich unterwegs, wieder einmal in Chemnitz und Erfurt. Beim Seminar Digitale Medien I stand diesmal Javascript auf dem Plan, alles lief wie immer nach Plan. Da am Freitag ja auch die Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis90/Die Grünen in Erfurt begann, bin ich spontan noch zu einem kleinen Abstecher in die Messehalle gegangen und habe ein wenig die Athmosphäre des Parteitages auf mich wirken lassen. Ich habe mich ein wenig umgeschaut, konnte aber keine persönlich bekannten Leute finden. Trotzdem auch mal spannend, die Leute, die ich nur aus dem TV kannte, auch mal live zu sehen.

Eine Woche in Erfurt

Letzte Woche verbrachte ich an alter Wirkungsstätte in Erfurt, es stand wieder ein Blockseminar in TYPO3 an der Fachhochschule auf dem Programm.

Sonntag nachmittag bin ich in Erfurt schon angekommen und habe am Abend gemeinsam mit Freunden das EM-Finale im Waldkasino gesehen. Der Biergarten war bis auf den letzten Platz besetzt und die Stimmung trotz der der deutschen Niederlage gut und entspannt.

Auch die restliche Woche stand, neben dem Abhalten der Seminare, unter vollem Programm. So wurde z.B. am Dienstag der Förderverein der Angewandten Informatik an der FH Erfurt gegründet und anschließend das Sommerfest der Mitarbeiter, Professoren und Dozenten gefeiert.

Gewohnt habe ich im Hotel IBB in der Gotthardtstraße hinter der Krämerbrücke, ein modernes und sehr gut ausgestattetes Haus, in dem ich mich recht wohl gefühlt habe. Lediglich den etwas muffigen Geruch im Zimmer, der anscheinend aus der Abluftanlage der Küche kam, musste ich jeden Tag durch weites Öffnen der Fenster vertreiben.

Alles in Allem habe ich mich letzte Woche sehr wohl gefühlt, die Stadt ist mir so vertraut, dass ich mich gleich wieder wie zu Hause gefühlt habe. Schade, dass die Woche schon wieder um ist. Aber im nächsten Semester werde ich wieder als Dozent an der FH arbeiten und dann regelmäßig nach Erfurt fahren dürfen.

Grönemeyer Konzert in Erfurt

Herbert Grönemeyer machte mit seiner aktuellen Tour gestern Station in Erfurt. Jingjing und ich haben das Konzert besucht und sind immer noch begeistert.

Grönemeyer und seine großartige Band spielten alte und neue Hits und heizten trotz kleiner Regenschauer ordentlich ein. Ca. zweieinhalb Stunden ging die Show, Eindrücke davon habe ich auf Video und in Fotos festgehalten:

http://flickr.com/photos/ha75/sets/72157600363529124/

Der Video-Upload hat noch den Status “In Verarbeitung”, obwohl Google sagte, dass es erfolgreich hochgeladen wurde… Ich versuche es später nochmal…

Statt Google-Video nun Youtube (selbe Familie…)

Politik “hautnah”

In den letzten Wochen hatte ich zwei mal die Gelegenheit, hinter die Fassaden von Thüringer Regierungsinstitutionen zu schauen.

So war ich am 25.05.2007 im Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei an der Festveranstaltung zum fünfjährigen Bestehen der Thüringer Ehrenamtsstiftung beteiligt. Über 100 Gäste nahmen daran teil, darunter der Ministerpräsident Dieter Althaus und der Sozialminister Dr. Klaus Zeh. Eindrücke von dieser Veranstaltung gibt es bei der Ehrenamtsstiftung.

Gestern nutzte ich die Gelegenheit des “Tag der offenen Tür”, um dem Thüringer Landtag einen Besuch abzustatten. Rund um das und in dem Landtagsgebäude gab es jede Menge Infostände, Bühnen, Diskussionen und Veranstaltungen und das Besucherinteresse war sehr groß. Jedoch hatte ich den Eindruck, dass die meisten Infostände auf wenig Interesse stießen, denn viele waren verwaist. Voll war es dagegen im Restaurant und an den Bratwursttänden vor dem Haus ;-) Im Plenarsaal gab es einen Redewettbewerb junger Leute, von dort stammt nebenstehendes Foto. Leider hatten danach die Akkus meiner Kamera den Geist aufgegeben.

Besuch beim Standesamt

Gut Ding will Weile haben. So lässt sich unser Vorhaben, die Ehe zu schließen, wohl am besten beschreiben. Nachdem wir im Januar bereits zum ersten Mal im Standesamt waren, um uns über die allgemeine Vorgehensweise zu informieren, erhielten wir einen Monat später ein Schreiben, in welchem mitgeteilt wurde, welche Dokumente einzureichen sind. Sie:

  • Pass
  • Geburtsurkunde ausgestellt durch die zuständige Heimatbehörde (Notariat)
  • Ledigkeits-/Familienstandsbescheinigung, ausgestellt durch die zuständige chinesische Botschaft
  • Aufenthaltsbescheinigung vom Meldeamt
  • Einkommensnachweis

Er:

  • Pass/Personalausweis
  • Abstammungsurkunde vom Standesamt Halle/Saale
  • Aufenthaltsbescheinigung
  • Einkommensnachweis

Bei einer binationalen Eheschließung ist das gar nicht so einfach. Geburtsurkunden, wie wir sie kennen, sind in China nicht üblich und die Behörden wollten so etwas zuerst gar nicht ausstellen, es bedurfte einiger Diskussion. Die Ledigkeitsbescheinigung muss wiederum von der chinesischen Botschaft ausgestellt werden. Dazu mussten wir also extra nach Frankfurt (zum Konsulat) fahren und dort 50 EUR für die Ausstellung der Urkunde berappen. In der Zwischenzeit haben Jingjings Eltern in Beijing die restlichen Dokumente besorgt und per Post hierher geschickt. Nun, Mitte Mai, hatten wir also endlich alle Dokumente zusammen. Damit sind wir gestern erneut zum Standesamt gegangen, in der Hoffnung, dass wir nun auch einen möglichen Termin erfahren können. Aber da waren wir zu optimistisch. Zunächst musste ich erfahren, dass eine Abstammungsurkunde etwas anderes als eine Geburtsurkunde ist. Also muss ich noch diese Abstammungsurkunde beim Standesamt in Halle (Geburtsort) beantragen. Zum Glück geht das aber über das Internet. Dann wurde uns mitgeteilt, dass unsere Unterlagen nun zunächst vom Standesamt gesichtet werden. In frühestens einem Monat müssen wir dann nochmal zum Amt kommen, um den endgültigen Antrag zu stellen. Doch dieser wird dann erst noch vom Oberlandesgericht geprüft, was wiederum mindestens 8 Wochen dauern wird. Damit rückt der Termin für die Eheschließung in weite Ferne und von unserem Wunschtermin im August können wir uns wohl verabschieden. Wollen wir hoffen, dass die Mühlen der Bürokratie nicht ganz so langsam mahlen. Aber auf einen Hochzeitstermin Ende September oder Anfang Oktober sollten wir uns wohl einstellen…

Auto demoliert

Der Storchmühlenweg ist eine enge Anwohnerstraße. Beidseitig beparkt, bleibt nur wenig Platz für den Durchgangsverkehr. Gestern morgen nun passierte, was ich irgendwie schon immer befürchtet hatte: Ein LKW hat mein Auto gestreift, es sogar ein Stück mitgeschleift und zur Seite gedrückt. Der hintere Kotflügel wurde auf ca. 20 cm aufgeschlitzt, evtl. ist auch die Radaufhängung bzw. die Spur beschädigt. Erste vorsichtige Schätzung des Schadens: 2000 EUR. Ein Schadensgutachten wird gerade erstellt. Die komplette Fahrer-Seite muss ausgetauscht werden. Zum Glück hat der Unfallverursacher die Polizei gerufen und keine Fahrerflucht begangen, sonst würde ich möglicherweise noch auf dem Schaden sitzen bleiben. So übernimmt es (hoffentlich unkompliziert) die Haftpflichtversicherung.

EVAG Earth

Etwas Neues aus der Kategorie Studium: Im Seminar “3D Geoinformationssysteme” bei Prof. Grimm hatten wir gestern Abschlusspräsentation. Mit drei Kommilitonen habe ich an einem Projekt gearbeitet, die Straßenbahnen der Linie 2 der EVAG als 3D-Objekt in Google Earth darzustellen.

Das Ergebnis haben wir “EVAG Earth” getauft. Es kann über die Projektwebsite abgerufen werden: evag.xalax.de

Durch Google-Earth wird eine KML-Datei aufgerufen, die in regelmäßigen Abständen ein PHP-Skript auf der Projekt-Website abruft. Dieses PHP-Skript generiert wiederum KML-Dateien, die die Position und das Modell der Straßenbahn enthalten.