Wählt den Präsidenten des Volkes – und was unsere Volksvertreter davon halten

Ich habe mich – über das tolle Mitmachweb – an einer Aktion beteiligt, wo die Delegierten für die Bundesversammlung dazu aufgefordert werden, ihre Wahl des Bundespräsidenten nach ihrem Gewissen und nicht nach Koalitionszwängen zu treffen. Dazu kann man bei avaaz.org einfach sein Bundesland und PLZ auswählen und den Delegierten eine Nachricht senden. Super einfach, super toll. Also habe ich mitgemacht, denn ich finde es u.a. auch wichtig, dass diese Wahl nicht instrumentalisiert werden soll.

Neben einem Autoresponder (Urlaub) erhielt ich die Antwort eines grünen MdL, der sich bei mir bedankt und mir mitteilt, wen er wählen wird. Ich erhielt aber auch eine weitere, recht schnippische, Antwort eines MdL der CDU, der mir mitteilt, dass er meine Nachricht als Spam auffasse und dass das bitte unterbleiben solle:

“ich begrüße es, wenn Bürger Ihre Meinung sagen und mit den Politikern in Diskussion treten. Das gehört zu einer lebendigen Demokratie. Umso mehr befremdet es mich, wenn ich hunderte von mails bekommen, die alle den gleichen Standardtext haben und mir weismachen, das sei die Meinung eines Bürgers. Es beschleicht mich der Verdacht, dass dies eine organisierte Kampagne ist, die Druck auf Politiker ausüben soll. Schade, dass auch Sie sich dafür hergeben. Solche “Werbekampagnen” haben einen schalen Beigeschmack. Finden Sie nicht auch?

Seien Sie versichert, ich werde meine Entscheidung zum Wohl der Bürger und zum Wohl des Landes treffen. Spammails, die meinen Postkorb überschwemmen sind lästig, werden mich aber in meiner Entscheidung nicht beeinflussen.”

Fürwahr, der Mailtext ist vorgegeben (man könnte ihn ändern), dennoch schreibe ich als mündiger Bürger und teile meine Meinung mit. Diese interessiert ihn aber überhaupt nicht, denn seine Entscheidung ist also nicht beeinflussbar.

Nun gut, bei der nächsten Landtagswahl steht meine Entscheidung dann auch recht sicher fest. Warum sollte ich jemand wählen, der mich als Bürger nicht ernst nimmt?

CSU – die Christlich Schizophrene Union

Ob es um die Milchbauern, den Einsatz von Gentechnik oder schlicht um das Glühbirnen-Verbot geht die CSU will mit einer bizarren “sowohl dafür wie auch dagegen”-Strategie bei den Wählern punkten und im Juni den gefährdeten Einzug ins Europa-Parlament sichern.

Wie? Das zeigt dieses Video

Wochenrückblick

Neben der Web2.0-Diskussions-Runde an der Uni Hohenheim gab es für mich diese Woche auch noch zweites reales Web2.0-Treffen. Zum ersten Mal nahm ich an einer Qype-City-Night teil. Das Bewertungs-Portal Qype lädt zu solchen Events ein und in Stuttgart hat zuckerbaeckerin das Zepter in die Hand genommen, ein Treffen zu organisieren. Nachdem ihr letztendlich noch eine private Angelegenheit dazwischen kam, übernahm ich die Regie und organisierte das Treffen im Restaurant Al Corso in der Calwer Straße in Stuttgart. Letztendlich waren wir aber leider nur zu dritt. Nett war es trotzdem. Meine Bewertung zu dem Lokal gibt es hier.

Weiterhin war ich unterwegs, wieder einmal in Chemnitz und Erfurt. Beim Seminar Digitale Medien I stand diesmal Javascript auf dem Plan, alles lief wie immer nach Plan. Da am Freitag ja auch die Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis90/Die Grünen in Erfurt begann, bin ich spontan noch zu einem kleinen Abstecher in die Messehalle gegangen und habe ein wenig die Athmosphäre des Parteitages auf mich wirken lassen. Ich habe mich ein wenig umgeschaut, konnte aber keine persönlich bekannten Leute finden. Trotzdem auch mal spannend, die Leute, die ich nur aus dem TV kannte, auch mal live zu sehen.

Politik 2.0

Am Donnerstag bin ich in Erfurt zu einem Workshop eingeladen. Das Thema wird sein:

“Das Internet (und das Handy) in den Thüringer Wahlkämpfen des Jahres 2009″

Ich bin mal gespannt, ob es schon konkrete Pläne der Partei gibt, das Internet aktiv(er) zu nutzen und wie sie zu den Möglichkeiten des Web2.0 und der direkten Kommunikation auf Blogs oder Social Networks stehen. Wer noch konkrete Ideen oder Anregungen hat, wie das Internet im Wahlkampf genutzt werden könnte, immer her damit ;-)